Die Kunst hat viele Gesichter

von: Berliner Behindertenzeitung

Angela Merkel, Udo Lindenberg oder Sir Ben Kingsley – sie und 100 weitere Prominente sind Teil des Kunstprojekts »The Art of Inclusion«, dass von der Künstlerin Gee Vero ins Leben gerufen wurde. Eine Auswahl von 40 Arbeiten ist vom 22. Mai bis 27. Juni 2014 im Berliner Kleisthaus (dem Dienstsitz der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen) zu sehen.

 

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Gemeinschaftswerk zwischen dem Rockmusiker Udo Lindenberg und der Künstlerin Gee Vero,

Auf Toleranz und Solidarität in unserer Gesellschaft aufmerksam machen, will die Künstlerin Gee Vero. Die Künstlerin hat bedeutende Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Sport und Wissenschaft gebeten, mit ihr gemeinsam ein Kunstwerk zu gestalten. Gee Vero versandte hierfür jeweils ein unvollendetes Portrait mit der Bitte, ihre Zeichnung zu ergänzen. Zahlreiche Prominente haben sich an diesem Kunstprojekt beteiligt, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Musiker Udo Lindenberg oder der Schriftsteller Roger Willemsen. Mittlerweile hat Gee Vero mehr als 100 Gemeinschaftswerke zusammengetragen.
“Die Portraits sind ein anschauliches sowie lebendiges Beispiel für Inklusion. Sie sind ein Appell einer autistischen Künstlerin, um Respekt, Zusammengehörigkeit und Gleichberechtigung zwischen allen Menschen in unserer Gesellschaft voranzubringen – unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter“, so Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Die Hoffnung, dass Menschen mit Autismus in unserer Gesellschaft einen sichtbaren Platz einnehmen, akzeptiert und nicht als “andersartig“ abgetan werden, ist das Anliegen von Gee Vero mit ihrem Kunstprojekt. Hierfür wird ein Blatt Aquarellpapier zum Ort der Begegnung, über dem sich zwei einander fremde Personen näher kommen.

Das Kleisthaus ist Amtssitz der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Zugleich dient es als Veranstaltungszentrum, in dem regelmäßig unter anderem Ausstellungen, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen stattfinden. Mit seinem Kulturprogramm trägt das Kleisthaus zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung bei. Im Rahmen der Veranstaltungen werden aktuelle Impulse aus der Gesellschaft thematisiert, die besonders für Menschen mit Behinderung von Belang sind. Mit dem Kulturprogramm soll zu einer veränderten Wahrnehmung von behinderten Menschen beigetragen werden, um sie als selbstverständlichen Teil unserer Gemeinschaft zu verstehen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten in leicht verständlicher Sprache sowie in Brailleschrift. Um blinden und sehbehinderten Menschen einen Eindruck von den Kunstwerken zu vermitteln, stehen in der Ausstellung drei ertastbare Arbeiten als Reliefdruck bereit.

Gee Vero. The Art of Inclusion, Ausstellungseröffnung am 21. Mai, 19 Uhr. Öffnungszeiten: Mo–Fr von 10–18 Uhr. Adresse: Mauerstraße 53, 10117 Berlin.

Von Andreas Krüger